BERLIN BRAUCHT EINEN PAKT FÜR FAIRES WOHNEN.

Wie können wir faires Wohnen für alle gestalten?

Faires Wohnen ist ein Grundbedürfnis. Doch in Berlin fehlen bis 2030 voraussichtlich 200.000 Wohnungen. Ein „Weiter so wie bisher“ kann daher nicht die Lösung sein. Im ausführlichen und engen Austausch mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft haben wir vier Handlungsfelder identifiziert, wie faires Wohnen für alle gelingen kann.

Ein gemeinsamer Pakt für faires Wohnen erfordert auch die Gesamtsicht auf Berlin:

Wo können wir wachsen? Wie wollen wir wachsen? Berlin muss nicht nur wichtige Grundsatzentscheidungen treffen, sondern auch das Gesamte im Blick haben.

Eines ist klar: Berlin kommt an Neubau nicht vorbei. Aber wo dieser stehen soll – das ist eine der entscheidendsten Fragen der nächsten Jahre. Verdichten wir oder weiten wir aus? Soll Berlin entlang der S-Bahn-Linien und in neuen Stadtvierteln wachsen oder müssen wir das Zentrum verdichten?

Wenn wir verdichten, müssen wir auch die Akzeptanz hierfür verbessern. Schon jetzt fürchten viele Bürger um ihre Grün- und Erholungsflächen, wenn mehr Menschen nach Berlin ziehen. Kann das Tempelhofer Feld in seiner Gesamtfläche so unbebaut bleiben? Was wird mit dem Gelände des Flughafens Tegel, wenn dieser schließt?

„Es gibt keine guten Gründe für mehr Neu­bau. Un­gelöste Probleme wie zu wenige Kita- und Schulplätze, un­zu­rei­chen­de An­bindungen mit öffentlichen Verkehrs­mitteln und zu viele PKW werden sich verschärfen.“

User-Beitrag auf www.faires-wohnen.berlin

Berlin braucht erstens einen Gesamtüberblick über sämtliche Flächen; einen Abgleich aller freien Grundstücke über Bezirksgrenzen hinweg. Wo steht freies Bauland zur Verfügung? Wie können dies auch interessierte Investoren einsehen? Der Stadtentwicklungsplan Wohnen (StEP Wohnen) hierfür reicht nicht – er ist ein Soll-, kein Ist-Zustand. Auch das Berliner Wohnflächen-Informationssystem (WoFIS) erfüllt diesen Zweck noch nicht ausreichend.

Berlin muss zweitens die Kontrolle über freies Bauland zurückgewinnen und auf diese Weise unnötige Spekulationen mit Grundstücken beenden. Eine Lösung hierfür könnte zum Beispiel die Ausweisung neuer Entwicklungsgebiete für Berlin sein, aus unserer Sicht ein starkes Instrument für vernünftige Stadtentwicklung.

„Es ist dringend eine gesellschaftliche Ver­abredung für größere Bauleistungen nötig.“

Sebastian Czaja, Vorsitzender FDP-Fraktion Berlin

Berlin braucht drittens eine bessere Zusammenarbeit mit Brandenburg: eine gemeinsame Landesplanung, die sich klar auf den Wohnungsneubau konzentriert. 2020 feiern wir 100 Jahre Groß-Berlin, das die Stadt auf einen Schlag zu ihrer heutigen Größe erweiterte. 2030 werden wir voraussichtlich die Vier-Millionen-Einwohner-Grenze erreichen. Berlin braucht diesen Mut von damals für die Herausforderungen von morgen.

Bürgerstadt Buch

Im Nord-Osten Berlins könnten an der Grenze zu Brandenburg 30.000 Wohnungen für insgesamt 100.000 Menschen entstehen. Das Gebiet von 700 Hektar ist bereits gut erschlossen – und zu 70 Prozent in städtischer Hand.

Eine Bürgerinitiative hat sich formiert und treibt die Idee des Ausbaus voran. Der wichtige Neubau-Impuls für die Stadt stößt allerdings auf enttäuschende Zurückhaltung beim rot-rot-grünen Senat: Bei den vorgeschlagenen Flächen handele es sich zum Teil um Gewerbe- und Landschaftsschutzgebiete, die nicht bebaut werden könnten.

  • Luftbild Buch

Ob mit oder ohne weitere Regulierung:

Wir kommen nicht daran vorbei, uns an einen Tisch zu setzen und gemeinsam konstruktiv und schnell einen Mix aus wichtigen Maßnahmen zu verabreden:

• mehr Neubau
• gezielten Mieterschutz
• mehr Akzeptanz
• und schnellere Prozesse für die Entlastung des Wohnungsmarktes in Berlin

Wir stehen hierfür uneingeschränkt zur Verfügung.

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